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Talbevölkerung holt SpendeTalbevölkerung holt Spende

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ZigerwürfelZigerwürfel

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Osterspende

Die Osterspende von Ferden geht auf ein Gelübde aus dem 14. Jahrhundert zurück, das die Sennen dreier Lötschentaler Alpen abgegeben haben, um Unheil abzuwenden, das unter ihrem Viehstand oft eintraf.

Über die Art dieses Unheils berichtet die Sage, früher seien auf den genannten Alpen die Kühe oft auf unerklärliche Weise verschwunden. Nach drei Tagen seien sie ganz ermattet heimgekommen mit Weizenähren zwischen den Klauen und blutrote Milch gebend.

In Erfüllung des Gelübdes wurden bis in die 1990er Jahre von den Viehbesitzern der drei sog. "Spendalpen" (Faldum, Resti und Kummen) jedes Jahr die saftigsten Weiden für den Weidgang vom 23. und 24. Juli reserviert. Die an den beiden folgenden Tagen gemolkene Milch wurde beiseite getan und von den Sennerinnen zu fettem Käse für die Spend verarbeitet. Aufgrund nachlassender Milchviehwirtschaft auf den besagten Alpen wird heute der Frischkäse eingekauft und mit dem zu Lasten der Einwohner/innen von Ferden erhobenen Michgeld finanziert.

Dieser Frischkäse wird dann im Gemeindekeller von Ferden zu Brei zerstampft und unter Zugabe von Salz zur Reifung in Fässer aus Tannenrinde – sogenannte "Rümpfe" eingeknetet, die dem Spendziger seinen besonderen Geschmack verleihen. Während mehrerer Wochen stechen die mit der Wartung des Käses Beauftragten regelmässig mit Stahlnadeln in die Rindenfässer, um diesem die Feuchtigkeit zu entziehen.

Am Ostermontag, dem grossen Tag für die Bewohner von Ferden, findet vor der Austeilung der Spende eine Gedächtnismesse für die verstorbenen Stifter und Wohltäter der Spend statt. Zur Mittagszeit sind 400 bis 500 Portionen sogenannten Spendzigers bereit, der schon am Morgen um fünf Uhr aus der Tannenrinde geschält und in Würfeln von 6 bis 7 cm Seitenlänge geschnitten wird.

Jeder anwesende Talbewohner, zuerst aber diejenigen aus den Nachbardörfern, erhält einen Zigerwürfel, dazu Brot und Wein in vorgeschriebener Menge. Die Empfänger danken den austeilenden Männern mit den Worten "Vergelte es Gott tausendmal, und gebe Euch Gott den ewigen Lohn, und begnade sie Gott alle und geben ihnen die ewige Ruhe".

Obschon heute keiner der Empfänger mehr auf die Osterspende angewiesen ist, konnte sie sich doch bis heute erhalten. Sie ist ein eigener Dorfbrauch, der keine folkloristische Veranstaltung für Touristen darstellt. Diese begegnen, falls sie am Ostermontag im Tal sind, höchstens der einen oder anderen sonntäglich gekleideten Lötschentalerin, die auf dem Teller oder in einem weissen Tüchlein ihre "Spend" nach Haus trägt.